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entia-Kompendium:Infos rund um Werkstätten für Menschen mit Behinderung.
entia-Wissensbuch:Infos rund um Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

WfbM in Europa

Es ist schwierig, einen umfassenden und detaillierten Überblick über alle Arten von Werkstätten für Menschen mit Behinderung in ganz Europa zu geben, da sich die Systeme, Bezeichnungen und Angebote von Land zu Land stark unterscheiden. Die Informationen sind oft dezentralisiert und nicht immer leicht zugänglich. Dennoch lassen sich einige allgemeine Tendenzen und Beispiele hervorheben, die einen Eindruck von der Vielfalt der europäischen Landschaft vermitteln.
Wichtiger Hinweis: Die folgenden Beschreibungen sind vereinfacht und geben nur einen groben Überblick. Die Realität vor Ort kann komplexer sein. Es ist auch wichtig zu beachten, dass sich die Terminologie und die Schwerpunkte im Laufe der Zeit ändern.



Frankreich: In Frankreich gibt es die sogenannten „Établissements et Services d’Aide par le Travail“ (ESAT). Diese Einrichtungen bieten Menschen mit Behinderung geschützte Arbeitsplätze und kombinieren Beschäftigung mit sozialpädagogischer Begleitung. Die ESAT richten sich an Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können. Neben klassischen Werkstattarbeiten (Montage, Verpackung, Gartenpflege) werden zunehmend auch Dienstleistungen und kreative Tätigkeiten angeboten. Ziel ist die Förderung der Selbstständigkeit und – wo möglich – die Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

Spanien: Spanien setzt stark auf sogenannte „Centros Especiales de Empleo“ (CEE). Diese speziellen Beschäftigungszentren sind rechtlich Unternehmen, in denen mindestens 70% der Beschäftigten Menschen mit Behinderung sind. Sie produzieren marktfähige Produkte und Dienstleistungen und zahlen in der Regel den gesetzlichen Mindestlohn. Viele CEE arbeiten eng mit Unternehmen zusammen, bieten aber auch Eigenprodukte an. Die Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt ist ein erklärtes Ziel, wird aber unterschiedlich stark umgesetzt.

Schweden: In Schweden gibt es keine klassischen Werkstätten wie in Deutschland. Stattdessen existieren Sozialunternehmen wie „Samhall“, die Menschen mit Behinderung sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bieten. Samhall ist ein staatliches Unternehmen, das Menschen mit Behinderung in verschiedenen Branchen beschäftigt – von Reinigung und Logistik bis zu Montagearbeiten. Ziel ist die Integration auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, weshalb Übergänge aus diesen Betrieben heraus aktiv gefördert werden.

Slowenien: Slowenien hat ein System von sogenannten „Beschützten Werkstätten“ und „Inklusionsbetrieben“. Die beschützten Werkstätten bieten Menschen mit schwereren Behinderungen eine dauerhafte Beschäftigung, während Inklusionsbetriebe stärker auf die Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt ausgerichtet sind. Die Übergänge zwischen den Systemen sind flexibel gestaltet, sodass individuelle Entwicklungsmöglichkeiten bestehen.

Belgien: In Belgien gibt es „Beschützende Werkstätten“ (Ateliers protégés) und „Sozialwirtschaftsbetriebe“. Besonders in der deutschsprachigen Gemeinschaft sind diese Werkstätten eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung, wenn eine Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt nicht gelingt. Die Beschäftigung in einer Werkstatt gilt als letzte Alternative und ist auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse ausgerichtet. Es gibt eine enge Verzahnung mit Integrationsdiensten, die den Übergang in reguläre Beschäftigung fördern sollen.

Schweiz: In der Schweiz gibt es zahlreiche Behindertenwerkstätten, meist als „geschützte Werkstätten“ oder „soziale Institutionen“ bezeichnet. Sie bieten Menschen mit Behinderung vielfältige Arbeitsmöglichkeiten – von industrieller Fertigung, Montage und Verpackung über Dienstleistungen wie Catering oder Gartenarbeit bis zu kreativen Tätigkeiten. Die Werkstätten sind oft regional organisiert und werden von gemeinnützigen Trägern betrieben. Ein Verbund wie AuftragArbeit.ch bündelt Angebote von über 20 Werkstätten mit rund 4.800 Mitarbeitenden mit Behinderung. Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch die Kantone, ergänzt durch die Invalidenversicherung (IV). Ziel ist sowohl die dauerhafte Beschäftigung als auch – wo möglich – die Integration auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Großbritannien (Vereinigtes Königreich): Im Vereinigten Königreich gibt es keine klassischen Behindertenwerkstätten nach deutschem Vorbild. Stattdessen existieren sogenannte „Supported Employment“-Programme und Social Enterprises. Diese Sozialunternehmen bieten Menschen mit Behinderung reguläre Arbeitsplätze mit besonderer Unterstützung, etwa durch Job-Coaches oder angepasste Arbeitsbedingungen. Bekannte Beispiele sind „Remploy“ (bis 2013 ein staatlicher Anbieter geschützter Arbeitsplätze, heute Vermittlungsdienst) und zahlreiche lokale Initiativen, die Produktion, Dienstleistungen und Handel verbinden. Ziel ist immer die Inklusion im regulären Arbeitsmarkt.

Niederlande: In den Niederlanden waren die „Sociale Werkplaatsen“ (Sozialwerkstätten) lange Zeit ein fester Bestandteil der Arbeitswelt für Menschen mit Behinderung. Seit 2015 wurden sie im Rahmen des „Participatiewet“ (Teilhabegesetz) reformiert: Die meisten Sozialwerkstätten wurden in reguläre Unternehmen oder Sozialunternehmen überführt. Menschen mit Behinderung arbeiten heute entweder in inklusiven Betrieben, in sozialen Unternehmen oder erhalten individuelle Unterstützung, um auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Klassische Werkstattstrukturen werden zunehmend abgebaut.

Dänemark: Dänemark setzt auf sogenannte „Beskyttede Værksteder“ (geschützte Werkstätten) und „Fleksjob“-Modelle. In den geschützten Werkstätten erhalten Menschen mit schwerer Behinderung eine dauerhafte, angepasste Beschäftigung. Parallel dazu gibt es das „Fleksjob“-System, bei dem Menschen mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit in regulären Betrieben mit staatlicher Förderung arbeiten. Ziel ist die größtmögliche Teilhabe am allgemeinen Arbeitsleben, wobei die Werkstätten vor allem für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf gedacht sind.

Norwegen: Norwegen verfügt über ein differenziertes System von „Vekstbedrifter“ (Wachstumsbetrieben) und „Arbeidssentre“ (Arbeitszentren). Vekstbedrifter sind Sozialunternehmen, die Menschen mit Behinderung sowohl dauerhafte als auch befristete Arbeitsplätze bieten. Sie produzieren Waren, bieten Dienstleistungen an und fördern die Qualifizierung. Die Arbeitszentren richten sich an Menschen mit höherem Unterstützungsbedarf und bieten tagesstrukturierende Beschäftigung. Ziel ist auch hier die Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt, wo möglich.

Polen: In Polen gibt es „Zakłady Pracy Chronionej“ (geschützte Arbeitsstätten) und „Zakłady Aktywności Zawodowej“ (Aktivitätswerkstätten). Geschützte Arbeitsstätten sind Unternehmen, die einen festgelegten Anteil an Menschen mit Behinderung beschäftigen und dafür staatliche Unterstützung erhalten. Die Aktivitätswerkstätten richten sich vor allem an Menschen mit schwereren Behinderungen und bieten ihnen eine Kombination aus Arbeit, Therapie und sozialer Betreuung. Die Produkte reichen von Industrie- und Handwerkswaren bis zu Dienstleistungen für die Region.


Fazit: In Europa gibt es eine große Vielfalt an Werkstattmodellen für Menschen mit Behinderung. Während einige Länder wie Schweden und Spanien stärker auf Integration und Mindestlohn setzen, bieten andere wie Frankreich und Belgien weiterhin klassische, geschützte Arbeitsplätze an. Allen gemeinsam ist das Ziel, Menschen mit Behinderung berufliche Teilhabe und Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen – mit unterschiedlichen Schwerpunkten und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Kritisch angemerkt sei dabei auch: Deutschland ist das einzige Land mit gesetzlich geregeltem Recht auf Arbeit. Wenn auch viele Länder sich die Inklusion im Arbeitsleben auf die Fahne geschrieben haben, so besagt das noch nicht, wie erfolgreich sie damit sind. Für manche Länder ist dies eher eine Umschreibung dafür, dass sie sich nicht sehr stark für diesese Thema engagieren. Denn wieviele arbeitslose Menschen mit Behinderung es gibt, die in Deutschland immerhin einen Werkstatt-Platz erhalten, wird in aller Regelnicht erfasst.

Quellen:
euronews.com
bundestag.de
bagwfbm.de
reha-recht.de
bagwfbm.de
wikipedia.de
auftragarbeit.ch
wlw.ch
sozialesicherheit.ch
proinfirmis.ch
Es ist schwer, einen genauen Überblick über alle Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Europa zu geben. In jedem Land gibt es andere Regeln und Namen für diese Werkstätten. Die Informationen sind oft nicht an einem Ort gesammelt und manchmal schwer zu finden. Trotzdem kann man ein paar Dinge sagen, die für viele Länder ähnlich sind.
Wichtiger Hinweis: Die folgenden Texte sind einfach geschrieben und geben nur einen kurzen Überblick. In Wirklichkeit ist vieles noch komplizierter. Auch die Namen und Regeln können sich mit der Zeit ändern.



Frankreich: In Frankreich gibt es „ESAT“. Das sind besondere Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Dort können Menschen arbeiten, die nicht auf dem normalen Arbeitsmarkt arbeiten können. In ESAT gibt es Arbeit, aber auch Hilfe und Betreuung. Es gibt viele verschiedene Arbeiten, zum Beispiel Montage, Verpackung, Gartenarbeit oder kreative Aufgaben. Ziel ist, dass Menschen selbstständiger werden und vielleicht später auf dem normalen Arbeitsmarkt arbeiten können.

Spanien: In Spanien gibt es „CEE“. Das sind Firmen, in denen mindestens 70% der Beschäftigten Menschen mit Behinderung sind. Sie stellen Produkte her oder bieten Dienstleistungen an. Meistens bekommen die Beschäftigten den Mindestlohn. Viele CEE arbeiten mit anderen Firmen zusammen. Ziel ist, dass Menschen mit Behinderung auch auf dem normalen Arbeitsmarkt arbeiten können.

Schweden: In Schweden gibt es keine Werkstätten wie in Deutschland. Es gibt Sozialunternehmen wie „Samhall“. Dort bekommen Menschen mit Behinderung normale Arbeitsplätze mit Lohn. Sie arbeiten zum Beispiel in der Reinigung, Logistik oder Montage. Ziel ist, dass sie später auf dem normalen Arbeitsmarkt arbeiten können.

Slowenien: In Slowenien gibt es „Beschützte Werkstätten“ und „Inklusionsbetriebe“. In den beschützten Werkstätten arbeiten Menschen mit schweren Behinderungen dauerhaft. Inklusionsbetriebe helfen, Menschen mit Behinderung auf den normalen Arbeitsmarkt zu bringen. Die Übergänge sind flexibel, damit jeder eine passende Arbeit finden kann.

Belgien: In Belgien gibt es „Beschützende Werkstätten“ und „Sozialwirtschaftsbetriebe“. Besonders in der deutschsprachigen Gemeinschaft sind diese Werkstätten wichtig, wenn Menschen mit Behinderung keine Arbeit auf dem normalen Arbeitsmarkt finden. Die Arbeit in der Werkstatt ist auf die Fähigkeiten der Menschen angepasst. Es gibt auch Hilfe, damit Menschen in den normalen Arbeitsmarkt wechseln können.

Schweiz: In der Schweiz heißen die Werkstätten meist „geschützte Werkstätten“ oder „soziale Institutionen“. Menschen mit Behinderung können dort viele verschiedene Arbeiten machen, zum Beispiel Montage, Verpackung, Gartenarbeit oder kreative Aufgaben. Die Werkstätten sind oft in der Region organisiert. Die meisten Werkstätten werden von gemeinnützigen Organisationen betrieben. Die Finanzierung kommt meist von den Kantonen und der Invalidenversicherung. Ziel ist, dass Menschen mit Behinderung Arbeit haben und, wenn möglich, auf dem normalen Arbeitsmarkt arbeiten können.

Großbritannien (Vereinigtes Königreich): In Großbritannien gibt es keine Werkstätten wie in Deutschland. Es gibt Programme, die „Supported Employment“ heißen, und Sozialunternehmen. Dort bekommen Menschen mit Behinderung normale Arbeitsplätze, aber mit besonderer Unterstützung. Es gibt zum Beispiel Job-Coaches oder angepasste Arbeitsplätze. Ziel ist immer, dass Menschen mit Behinderung auf dem normalen Arbeitsmarkt arbeiten können.

Niederlande: In den Niederlanden gab es früher viele „Sozialwerkstätten“. Seit 2015 wurden sie durch ein neues Gesetz verändert. Viele Werkstätten wurden zu normalen Firmen oder Sozialunternehmen. Menschen mit Behinderung arbeiten heute oft in inklusiven Betrieben oder bekommen individuelle Hilfe, um auf dem normalen Arbeitsmarkt zu arbeiten. Die alten Werkstätten werden immer weniger.

Dänemark: In Dänemark gibt es „geschützte Werkstätten“ und das „Fleksjob“-Modell. In geschützten Werkstätten arbeiten Menschen mit schweren Behinderungen dauerhaft. Im „Fleksjob“-System arbeiten Menschen mit Behinderung in normalen Firmen, bekommen aber Unterstützung vom Staat. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen mit Behinderung am normalen Arbeitsleben teilnehmen können.

Norwegen: In Norwegen gibt es „Vekstbedrifter“ (Wachstumsbetriebe) und „Arbeidssentre“ (Arbeitszentren). Vekstbedrifter sind Sozialunternehmen, die Menschen mit Behinderung Arbeit geben. Sie machen Produkte, bieten Dienstleistungen an und helfen beim Lernen. Die Arbeitszentren sind für Menschen mit mehr Unterstützungsbedarf und bieten Tagesbeschäftigung. Ziel ist auch hier, dass Menschen mit Behinderung, wenn möglich, auf dem normalen Arbeitsmarkt arbeiten können.

Polen: In Polen gibt es „geschützte Arbeitsstätten“ und „Aktivitätswerkstätten“. In geschützten Arbeitsstätten arbeiten viele Menschen mit Behinderung, die Firmen bekommen dafür Unterstützung vom Staat. In Aktivitätswerkstätten arbeiten Menschen mit schweren Behinderungen. Sie bekommen dort Arbeit, Therapie und Betreuung. Die Produkte sind oft für die Region gemacht.


Fazit: In Europa gibt es viele verschiedene Arten von Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Manche Länder setzen mehr auf Integration und Mindestlohn, andere bieten geschützte Arbeitsplätze an. Ziel ist immer, dass Menschen mit Behinderung arbeiten können und sich weiterentwickeln – aber die Wege und Regeln sind unterschiedlich.
In Deutschland gibt es ein Gesetz: Menschen mit Behinderung haben das Recht auf Arbeit. Das ist in anderen Ländern nicht so. Viele Länder sagen zwar, dass sie Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben unterstützen wollen. Aber das heißt nicht, dass sie wirklich viel dafür tun. In manchen Ländern ist das nur ein schönes Wort. Oft weiß man dort auch gar nicht, wie viele Menschen mit Behinderung keine Arbeit haben. In Deutschland bekommen diese Menschen meistens einen Platz in einer Werkstatt. In anderen Ländern gibt es dazu oft keine Zahlen.

Quellen:
euronews.com
bundestag.de
bagwfbm.de
reha-recht.de
bagwfbm.de
wikipedia.de
auftragarbeit.ch
wlw.ch
sozialesicherheit.ch
proinfirmis.ch

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