Betreuende Mitarbeitende und ihre Qualifikation
Inhalt
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Grundsätzliches zu Behindertenwerkstätten
- Was sind Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)?
- Wie heißt es denn: Werkstätten für Menschen mit Behinderung, WfbM oder Behindertenwerkstatt?
- Die Vertretung der Werkstätten
- Werkstätten in Zahlen
- Welche Träger von Behindertenwerkstätten gibt es
- Werkstättenmesse
- Betreuende Mitarbeitende und ihre Qualifikation
- Eigenprodukte vs. "verlängerte Werkbank"
- Berufsbildungsbereich
- Soziale Nachhaltigkeit und WfbM
- Werkstätten für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung
- Werkstätten für Menschen mit psychischen Beeinträchtigung
- Werkstätten für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung
- Schreinereien in WfbM
- Metallwerkstätten und Schlossereien in WfbM
- Kerzenwerkstätten in WfbM
- Keramik-Werkstätten in WfbM
- Seilerei in Blindenwerkstätten
- Bürsten- und Besen-Manufakturen in Blindenwerkstätten
- Kaffee-Röstereien
- Kunst-Werkstätten
Ursprünge
- Beginn der Werkstätten im 19.Jahrhundert
- Die dunkle Zeit
- Nach dem Krieg: Behütet
- 70er Jahre: Die Werkstätten werden produktiver
- Die Jahrtausendwende: Ein stetiger Wandel
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Wichtige Infos zu Werkstätten für Menschen mit Behinderung
- Was sind Werkstätten für Menschen mit Behinderung?
- Wie nennt man die Werkstätten richtig?
- Wer vertritt die Werkstätten?
- Wie viele Werkstätten gibt es?
- Wer betreibt die Werkstätten?
- Werkstätten-Messe
- Wer arbeitet in der Betreuung?
- Eigene Produkte oder Arbeiten für Firmen?
- Berufsbildungs-Bereich
- Soziale Nachhaltigkeit und Werkstätten
- Werkstätten für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten
- Werkstätten für Menschen mit seelischen Problemen
- Werkstätten für Menschen mit körperlichen Einschränkungen
- Schreinereien
- Metallwerkstätten und Schlossereien
- Kerzenwerkstätten
- Keramik-Werkstätten
- Seilerei in Blindenwerkstätten
- Bürsten- und Besen-Werkstätten in Blindenwerkstätten
- Kaffee-Röstereien
- Kunst-Werkstätten
Wie die Werkstätten entstanden sind Fragen und Diskussionen zu Werkstätten
1. Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung (FAB):
Dies ist die Kernqualifikation für die unmittelbare Betreuung und Förderung der Menschen mit Behinderung im Arbeitsbereich.- Anforderungen:
- Abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten handwerklichen, industriellen oder landwirtschaftlichen Beruf und
- Zusätzliche sonderpädagogische Qualifikation (z.B. Heilerziehungspfleger, Arbeitserzieher, Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für behinderte Menschen (FAB)). Diese Qualifikation wird oft durch eine berufsbegleitende Weiterbildung erworben.
- Aufgaben:
- Anleitung und Unterweisung der Beschäftigten mit Behinderung bei der Ausführung von Arbeitsaufgaben.
- Förderung der individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen der Beschäftigten.
- Entwicklung und Umsetzung von Förderplänen.
- Begleitung der Beschäftigten in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung.
- Dokumentation und Berichtswesen.
2. Gruppenleiter/Arbeitsgruppenleiter:
Diese Fachkräfte übernehmen die Leitung einer Arbeitsgruppe und koordinieren die Arbeit der FAB und der Beschäftigten.- Anforderungen:
- FAB-Qualifikation (siehe oben) und
- Mehrjährige Berufserfahrung in der Werkstatt und
- Zusätzliche Qualifikation im Bereich Führung und Organisation (z.B. Meister, Techniker, Fachwirt).
- Aufgaben:
- Planung und Organisation der Arbeitsabläufe in der Gruppe.
- Koordination der Zusammenarbeit zwischen den FAB und den Beschäftigten.
- Sicherstellung der Qualität der Arbeit.
- Personalführung und -entwicklung.
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3. Sozialpädagog:innen/SozialarbeiterInnen:
Diese Fachkräfte sind für die sozialpädagogische Betreuung und Beratung der Beschäftigten zuständig.- Anforderungen:
- Abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik/Sozialarbeit (Diplom oder Bachelor/Master).
- Aufgaben:
- Individuelle Beratung und Unterstützung der Beschäftigten in persönlichen und sozialen Fragen.
- Unterstützung bei der Bewältigung von Problemen im Arbeits- und Privatleben.
- Beratung der Angehörigen.
- Zusammenarbeit mit anderen sozialen Diensten und Einrichtungen.
4. Psycholog:innen:
Psychologen unterstützen die Werkstatt bei der Diagnostik, Beratung und Therapie von Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen oder Verhaltensauffälligkeiten.- Anforderungen:
- Abgeschlossenes Studium der Psychologie (Diplom oder Master).
- Aufgaben:
- Psychologische Diagnostik.
- Individuelle Beratung und Therapie.
- Krisenintervention.
- Fortbildung und Beratung des Personals.
5. Ergotherapeut:innen/Physiotherapeut:innen:
Diese Fachkräfte unterstützen die Beschäftigten bei der Erhaltung und Verbesserung ihrer körperlichen und kognitiven Fähigkeiten.- Anforderungen:
- Abgeschlossene Ausbildung als Ergotherapeut/Physiotherapeut.
- Aufgaben:
- Ergotherapeutische/physiotherapeutische Behandlungen.
- Anpassung der Arbeitsplätze an die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten.
- Beratung des Personals zur ergonomischen Gestaltung der Arbeitsplätze.
6. Verwaltungsmitarbeiter:
Verwaltungsmitarbeiter übernehmen administrative Aufgaben in der Werkstatt.- Anforderungen:
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation.
- Aufgaben:
- Buchhaltung.
- Personalverwaltung.
- Auftragsbearbeitung.
- Organisation.
7. Produktionsmitarbeiter/Helfer:
Diese Mitarbeiter unterstützen die Fachkräfte bei der Produktion und der Betreuung der Beschäftigten.- Anforderungen:
- Oft keine spezielle formale Qualifikation erforderlich, aber Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderung ist von Vorteil.
- Aufgaben:
- Unterstützung der Fachkräfte bei der Anleitung der Beschäftigten.
- Vorbereitung der Arbeitsplätze.
- Transport von Materialien.
8. Werkstattleiter:in:
Der/die Werkstattleiter:in ist die verantwortliche Person für die gesamte Organisation und den Betrieb der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM). Er/Sie trägt die Gesamtverantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen, die Qualität der Leistungen und die wirtschaftliche Stabilität der Werkstatt.- Anforderungen:
- Formale Qualifikation: Ein abgeschlossenes Studium im sozialpädagogischen, wirtschaftlichen oder technischen Bereich ist in der Regel erforderlich. Denkbar sind beispielsweise:
- Sozialpädagogik/Soziale Arbeit
- Betriebswirtschaftslehre (BWL)
- Ingenieurwesen (je nach Schwerpunkt der Werkstatt)
- Heilpädagogik
- Zusatzqualifikationen:
- Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung
- Führungserfahrung
- Kenntnisse im Werkstättenrecht, Sozialrecht und Arbeitsrecht
- Kenntnisse in Qualitätsmanagement
- Kaufmännische Kenntnisse (Budgetierung, Kostenrechnung)
- Sonderpädagogische Zusatzqualifikation (von Vorteil, aber nicht immer zwingend)
- Persönliche Kompetenzen:
- Hohe soziale Kompetenz und Empathie
- Führungsstärke und Entscheidungsfähigkeit
- Organisations- und Planungstalent
- Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick
- Belastbarkeit und Konfliktfähigkeit
- Strategisches Denken und Innovationsbereitschaft
- Aufgaben:
- Gesamtverantwortung für den Betrieb der Werkstatt:
- Sicherstellung der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen (Werkstättenrecht, Arbeitsschutz, etc.)
- Verantwortung für die Qualität der Leistungen der Werkstatt (Arbeitsangebote, Bildungsangebote, etc.)
- Verantwortung für die wirtschaftliche Stabilität der Werkstatt (Budgetplanung, Kostenkontrolle, Akquise)
- Personalführung:
- Leitung und Motivation des Werkstattpersonals
- Personalplanung und -entwicklung
- Förderung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen
- Entwicklung der Werkstatt:
- Strategische Planung und Entwicklung der Werkstatt
- Anpassung der Angebote an die sich verändernden Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung und des Arbeitsmarktes
- Förderung von Innovation und Inklusion
- Vertretung der Werkstatt nach außen:
- Kontaktpflege zu Behörden, Unternehmen, Verbänden und anderen Organisationen
- Öffentlichkeitsarbeit
- Kooperation mit dem Werkstattrat:
- Konstruktive Zusammenarbeit mit dem Werkstattrat (die Interessenvertretung der Beschäftigten mit Behinderung)
Zusätzliche Anforderungen:
- Teamfähigkeit: Die Arbeit in einer Werkstatt erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen.
- Empathie: Die Mitarbeiter müssen in der Lage sein, sich in die Situation der Menschen mit Behinderung hineinzuversetzen und ihre Bedürfnisse zu verstehen.
- Belastbarkeit: Die Arbeit in einer Werkstatt kann körperlich und psychisch belastend sein.
- Flexibilität: Die Mitarbeiter müssen bereit sein, sich auf die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten einzustellen und neue Aufgaben zu übernehmen.
- Fortbildungsbereitschaft: Die Mitarbeiter müssen bereit sein, sich regelmäßig fortzubilden, um ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auf dem neuesten Stand zu halten.
In Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) arbeiten viele verschiedene Menschen. Sie helfen den Menschen mit Behinderung. Sie brauchen dafür bestimmte Fähigkeiten und Ausbildungen. Was sie können müssen, hängt davon ab, was sie genau machen.
1. Fachkräfte für Arbeit und Beruf (FAB)
Das sind die wichtigsten Leute. Sie helfen den Menschen mit Behinderung direkt bei der Arbeit.
- Was sie können müssen:
- Sie müssen einen Beruf gelernt haben. Zum Beispiel Handwerker, Fabrikarbeiter oder Bauer.
- Sie müssen auch etwas über Menschen mit Behinderung wissen. Zum Beispiel Heilerziehungspfleger oder Arbeitserzieher. Das lernen sie oft in einer extra Ausbildung.
- Was sie machen:
- Sie zeigen den Menschen mit Behinderung, wie sie ihre Arbeit machen sollen.
- Sie helfen den Menschen mit Behinderung, ihre Fähigkeiten zu verbessern.
- Sie machen Pläne, wie sie die Menschen mit Behinderung fördern können.
- Sie helfen den Menschen mit Behinderung, sich weiterzuentwickeln.
- Sie schreiben auf, was sie gemacht haben.
2. Gruppenleiter
Sie sind Chefs von einer Gruppe. Sie sorgen dafür, dass die FAB und die Menschen mit Behinderung gut zusammenarbeiten.
- Was sie können müssen:
- Sie müssen eine FAB-Ausbildung haben (siehe oben).
- Sie müssen schon einige Jahre in der Werkstatt gearbeitet haben.
- Sie müssen etwas über Führung und Organisation wissen. Zum Beispiel Meister, Techniker oder Fachwirt.
- Was sie machen:
- Sie planen, wie die Arbeit in der Gruppe gemacht wird.
- Sie sorgen dafür, dass die FAB und die Menschen mit Behinderung gut zusammenarbeiten.
- Sie achten darauf, dass die Arbeit gut gemacht wird.
- Sie kümmern sich um die Mitarbeiter.
3. Sozialpädagogen und Sozialarbeiter
Sie helfen den Menschen mit Behinderung, wenn sie Probleme haben.
- Was sie können müssen:
- Sie müssen Sozialpädagogik oder Soziale Arbeit studiert haben.
- Was sie machen:
- Sie helfen den Menschen mit Behinderung, wenn sie persönliche oder soziale Probleme haben.
- Sie helfen ihnen, Probleme bei der Arbeit oder zu Hause zu lösen.
- Sie beraten die Familien der Menschen mit Behinderung.
- Sie arbeiten mit anderen Hilfsangeboten zusammen.
4. Psychologen
Sie helfen den Menschen mit Behinderung, wenn sie psychische Probleme haben. Sie helfen auch der Werkstatt, die Menschen mit Behinderung besser zu verstehen.
- Was sie können müssen:
- Sie müssen Psychologie studiert haben.
- Was sie machen:
- Sie finden heraus, was mit den Menschen mit Behinderung los ist.
- Sie helfen den Menschen mit Behinderung, ihre Probleme zu lösen.
- Sie helfen, wenn es schlimme Situationen gibt.
- Sie geben den Mitarbeitern der Werkstatt Tipps.
5. Ergotherapeuten und Physiotherapeuten
Sie helfen den Menschen mit Behinderung, ihren Körper und ihren Geist fit zu halten.
- Was sie können müssen:
- Sie müssen eine Ausbildung als Ergotherapeut oder Physiotherapeut gemacht haben.
- Was sie machen:
- Sie behandeln die Menschen.
- Sie sorgen dafür, dass die Arbeitsplätze gut für die Menschen sind.
- Sie beraten die Mitarbeiter der Werkstatt, wie sie die Arbeitsplätze gut gestalten können.
6. Verwaltungsmitarbeiter
Sie machen Büroarbeit in der Werkstatt.
- Was sie können müssen:
- Sie müssen eine kaufmännische Ausbildung haben.
- Was sie machen:
- Sie machen die Buchhaltung.
- Sie kümmern sich um das Personal.
- Sie bearbeiten Aufträge.
- Sie organisieren alles.
7. Produktionsmitarbeiter und Helfer
Sie helfen den Fachkräften bei der Arbeit und bei der Betreuung der Menschen mit Behinderung.
- Was sie können müssen:
- Oft brauchen sie keine besondere Ausbildung. Aber es ist gut, wenn sie Erfahrung mit Menschen mit Behinderung haben.
- Was sie machen:
- Sie helfen den Fachkräften, die Menschen mit Behinderung anzuleiten.
- Sie bereiten die Arbeitsplätze vor.
- Sie bringen Materialien.
8. Werkstattleiter
Er oder sie ist der Chef der ganzen Werkstatt. Er oder sie ist dafür verantwortlich, dass alles gut läuft.
- Was sie können müssen:
- Sie müssen studiert haben. Zum Beispiel Sozialpädagogik, Wirtschaft oder Technik.
- Sie müssen auch noch andere Dinge können:
- Erfahrung mit Menschen mit Behinderung
- Führen von Menschen
- Gesetze kennen
- Wirtschaft kennen
- Menschen gut behandeln
- Was sie machen:
- Sie sorgen dafür, dass die Werkstatt gut läuft:
- Sie halten sich an die Gesetze.
- Sie achten darauf, dass die Arbeit gut ist.
- Sie sorgen dafür, dass die Werkstatt genug Geld hat.
- Sie führen die Mitarbeiter:
- Sie leiten die Mitarbeiter an und motivieren sie.
- Sie planen, wer wann arbeitet.
- Sie sorgen dafür, dass die Mitarbeiter gut zusammenarbeiten.
- Sie entwickeln die Werkstatt weiter:
- Sie planen, was die Werkstatt in Zukunft machen soll.
- Sie passen die Angebote an, was die Menschen mit Behinderung brauchen und was es auf dem Arbeitsmarkt gibt.
- Sie sorgen für neue Ideen.
- Sie vertreten die Werkstatt nach außen:
- Sie reden mit Behörden, Firmen und anderen Organisationen.
- Sie machen Werbung für die Werkstatt.
- Sie arbeiten mit dem Werkstattrat zusammen:
- Sie arbeiten gut mit dem Werkstattrat zusammen. Das ist die Gruppe, die die Interessen der Menschen mit Behinderung vertritt.
Die Werkstattleitung ist eine schwierige und wichtige Aufgabe. Der Chef muss viel können und gut mit Menschen umgehen können. Er oder sie muss dafür sorgen, dass die Werkstatt gut läuft und dass die Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben teilnehmen können.
Was noch wichtig ist:
- Teamarbeit: Alle müssen gut zusammenarbeiten.
- Mitgefühl: Die Mitarbeiter müssen sich in die Menschen mit Behinderung hineinversetzen können.
- Stark sein: Die Arbeit kann anstrengend sein.
- Flexibel sein: Die Mitarbeiter müssen sich auf die Menschen mit Behinderung einstellen können.
- Lernbereit sein: Die Mitarbeiter müssen immer wieder Neues lernen.
Was genau die Mitarbeiter in einer WfbM können müssen, steht im Gesetz. Jedes Bundesland hat eigene Regeln. Es ist wichtig, sich darüber zu informieren.
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